Der Tag Unterwegs Weit und breit

Hurra, ich werde bald 50!

Ichwerde50FünfzigUweAugenpaar

So sieht’s aus – nüchtern betrachtet!

Du kennst das auch, Du Ältere oder Älterer… 40 oder über 40 Jahre alt, 50jährig oder weit darüber! Du bist umgeben von Erinnerungen und Erfahrungen, auf die Du in Deinem Alltag ganz normal und selbstverständlich zugreifst. Weil Du es musst!  Daten, Fakten und Bilder, die Du brauchst, um Dein tägliches (Über-) Leben zu sichern.

„Wie war das damals mit unserem Interrail? Warum sind wir da nicht auch nach Budapest gefahren? Wie der eine, der mir das neulich von seinem Interrail erzählte?“

„Ach nee, warte mal, unser Interrail war doch noch vor der Wende. Ging damals nicht wegen DDR und Ostblock etc.“  

„Ach Du meine Güte! Und wenn das vor der Wende war, und ich da noch zur Schule ging, dann ist das ja mindestens 30 Jahre her! „

Entsetzen! Plötzlich! Aber nicht, weil mir vor der Zahl 30 oder der 50 graut! Und auch nicht davor, dass ich mit 50 Jahren bewiesenermassen zum älteren Teil der Bevölkerung zähle.

„Unser Leben währet 70, und wenn’s hoch kommt, so sind’s 80!“

Nein – darüber, dass mir dieser Zeitmonolith von 30 Jahren barbarisch groß vorkommt. Wir Menschen haben eh nur eine begrenzte Spanne von durchschnittlich 80 Jahren hier auf Erden und damit verglichen sind 30 Jahre ein ganz schön riesiger Happen. Ein mega riesengroßer Happen sogar!

Wie gesagt, das hat nichts damit zu tun, dass ich mich durch dieses 50-30er Zahlenspiel plötzlich alt, krank oder gebrechlich fühle. Überhaupt nicht!

Nur wie kann es sein, dass ich – so kommt es mir vor – plötzlich um 30 Jahre beraubt da stehe. Und sich meine Alltagserinnerungen trotzdem ganz nah anfühlen?

Warum bedient sich mein Kopf nicht einfach nur der Dinge, die einen Tag, eine Woche, einen Monat oder maximal ein Jahr zurückliegen?

„Hurz „- auf der Suche nach der verlorenen Zeit 

Irgendwann letztes Jahr erhielt ich eine Mail von einem Zeitungsredakteur einer Tageszeitung vor den „Toren Bremens“. Ob ich der Uwe sei, der vor 25 Jahren für sein Blatt über die legendäre „Hurz“ – Veranstaltung  mit Hape Kerkeling berichtet hätte. „Ja, der sei ich!“

Er wollte aus Anlass dieses Silberjubiläums eine Rückschau auf das Ereignis schreiben und nun gern von mir hören, wie der Pressetermin von meiner Warte aus abgelaufen sei.

„25 Jahre“ – da war er wieder, der unerbittliche Zeiträuber. Und ich war wieder schockiert. In meinem Kopfarchiv mäanderte der unvergessliche Abend mit Hape Kerkeling irgendwo Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts herum. So viel wusste ich!

Und hätte ja nur mal nachrechnen müssen, dann wäre ich ganz von allein auf die Zahl 25 gekommen. BlogpostIchwerde50Collage

Von wann bist Du?

Dabei fiel mir auf, dass ich mich genau wie meine „nähere und sehr nahe Umgebung“ schon seit langem eines kleinen und klugen Tricks bediente. Dieser Trick überlistet das Gehirn und vermeidet, dass sich große und unheimliche Zahlen wie ein Geschwür im Bewusstsein festsetzen.

Wir stellen z. B. nicht siegessicher fest: „Der Andy ist ja schon über 50!“, sondern fragen erstmal nach. Und zwar so: „Von wann ist der Andy?“.

Wenn dann eine Zahl wie 1963 fällt, mit der Andys exaktes Alter errechnet werden soll, sind die unterschiedlichsten Ergebnisse garantiert.

Auch die richtige Zahl von 54 ist auf jeden Fall unter den Ergebnissen.  Sie blinkt kurz vor unseren Augen auf und kracht dann wie ein sorgfältig für die Sprengung vorbereiteter Wolkenkratzer wieder in sich zusammen.

Wer dann das nächste Mal Andys Alter benötigt, wird seine Recherche wieder mit der Frage „Von wann ist der Andy?“ beginnen müssen.

„Früher war alles von heute aus gesehen besser“ – Melancholie  

Jetzt aber mal ganz im Ernst! Natürlich ist da auch Melancholie im Spiel!

  • Was, das ist schon 25 Jahre her?
  • Und die sollen einfach unwiederbringlich weg sein?
  • Kann ich die nicht irgendwie zurück bekommen?
  • Vielleicht Fehler ungeschehen machen, vertane Chancen nutzen?
  • Mit meinen Erfahrungen, meinem jetzigen Wissen und Bewusstsein nochmal von vorne starten?
  • nicht alles anders, aber dafür vieles besser machen?

Nein, das geht nicht! Die Lebenszeituhr läßt sich nicht überlisten.

„Unser Leben ist endlich und kann jederzeit vorbei sein!“

So abgedroschen diese Weisheit auch klingt, tatsächlich greift sie während der letzten beiden Jahre auf ganz reale Weise Raum in mir.

„Aber auf die nächsten 20 Jahre kommt es an“ – Vorfreude

Indem ich mich einfach nicht mehr von Zahlenspielen beeindrucken lasse. Ob ein schönes oder schlimmes Ereignis nun 25, 30 oder mehr Jahre zurückliegt, soll auch in Zukunft zweitrangig sein für mich.

Jetzt kommt es auf die nächsten 10 oder 20 guten Jahre an, die vielleicht noch vor mir liegen.

Und das Schöne daran: ob sie gut werden oder nicht, hängt im Wesentlichen ganz von mir allein ab.

Eine Binsenweisheit, die für jedes Alter gilt oder? Nein, Augenblick mal!

Denn im Gegensatz zu den „frühen Jahren“ gibt es:

  • kein Elternhaus mehr, dass Dich beeinflußt
  • keine Schule mehr, die Dich formen will
  • keine quälenden Fragen mehr, wie Du mal Dein tägliches Brot verdienen willst
  • kein Zweifel mehr darüber, mit welchem Partner Du einmal alt werden möchtest

Das ist doch ein enormer Qualitätsunterschied, findest Du nicht auch? Sieh es doch mal so: jetzt hast Du die Chance, aus dem, was Du hinter Dir gelassen hast, die Früchte zu ernten? Und das kannst Du eben nur, weil Du es hinter Dir gelassen hast.

Eigentlich bin ich sogar froh, dass ich 50 werde!

„Hurra, ich freue mich auf die 50!“ – neue Leitfragen!

Aufbruchstimmung – das geht natürlich nicht, ohne einmal aufgeschrieben zu haben, was mich denn nun eigentlich leiten soll!? Leitfragen zum Beispiel.  Keine Fragen mehr wie:

„Kann ich die letzten 25 oder 30 Jahre irgendwie zurückdrehen?“, sondern:

  •  was bedeutet „das Leben ist endlich“ jetzt für meinen Alltag
  • mit welchem Mindset möchte ich ab 50 leben?
  • wie entwickle ich eine positive Einstellung zum Altern?
  • Lebenslanges Lernen: wie kann ich mich auch ab 50 noch gemäß meinen Anlagen weiterentwickeln, was kann ich noch lernen? Wie kann ich wachsen?

Wie haltet Ihr es mit den runden Geburtstagen ab 40? Seid Ihr mental darauf vorbereitet und wie blickt Ihr auf das, was kommt?

  1. Eines, lieber Uwe, steht fest: Man wird schneller und leichter 50 Kilo schwer, denn 50 Jahre alt! Und man wird schneller schwerer, denn alt. Also, ob ich ¨so¨ alt werde..?? Nimm’s leicht!

  2. Judith

    So, liebster Uwe, nun ist es also wirklich so weit: Du bist 50! Und dazu gratuliere ich Dir von Herzen!!!!

  3. Eigentlich ist es völlig egal, wie alt du bist. Wichtig ist es, im Moment zu sein. Lebe den Augenblick, dann spielt es keine Rolle, wie viele Jahre hinter und vor dir sind. Alles Gute zum Geburtstag!

    • Da hast Du vollkommen recht, Rudolf! Und das versuche ich auch seit geraumer Zeit und würde sagen: es gelingt mir schon ganz gut😊Vielen Dank für Deine Wünsche!

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