Momentaufnahme

Mit Lebensversicherung über das Gokteik-Viadukt

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An diesem Tag, dem 23. August 2015, verließen wir unser Hotel Win Unity in Pyin Oo Lwin gegen 7.45 Uhr. Unser Guide und Fahrer Joe brachte uns zum nahe gelegenen Bahnhof. Da wollten wir die Zugfahrkarten „Einfache Fahrt nach Nawngpeng“ kaufen und waren überrascht, dass das Schalterpersonal  uns dafür ins Bahnhofshinterzimmer bat und wir unsere Reisepässe vorlegen mussten.

Für die einfache Fahrt nach Nawngpeng zahlten wir 1599,50 Kyats („Tschat“= 1,033 E.) und – jetzt mussten wir schmunzeln – zusätzlich noch 0,50 Kyats (=0,00032 E.! ) für die Lebensversicherung. Das registrierten wir heiter und besorgt zugleich.

Lebensversicherung? Dagegen kann man grundsätzlich nichts einwenden, dachten wir. Nur, war das nicht grundsätzlich übertrieben für eine Zugfahrt mit durchschnittlich 30 km/h in uralten Zugwagen aus der britischen Kolonialzeit? Was würde uns denn erwarten?

„Dass die Bahn-Ausstattung in Myanmar sehr veraltet und marode war, ließ sich unschwer erkennen. Während unseres Aufenthaltes in Moulmein hatten wir mal abends spontan den Bahnhof da besucht. Hatten Fahrgäste in einen an der Plattform haltenden Zug einsteigen und auf die Abfahrt warten sehen. Da sich die Abfahrt hinauszögerte – wir standen mindestens eine halbe Stunde da – beobachteten wir ein reges Treiben auf der Plattform und im Zug. Fahrgäste, die ihr Gepäck bereits verstaut und ihren Sitzplatz im Zug eingenommen hatten, begaben sich wieder auf die Plattform, um kleine Snacks und Getränkte für die Fahrt zu besorgen.“
(Aus meinem Reistagebuch)

Die Zeit bis wir dann in unseren Zug steigen konnten, überbrückten wir mit Beobachtungen. Zahlreiche kleine Händler hatten sich zwischenzeitlich auf der Plattform eingefunden, um die Zugreisenden mit Getränken und kleinen Snacks für die Zugfahrt zu versorgen. Dieses bunte Treiben entschädigte für das Warten und auch, dass wir Zeugen einer sehr entschleunigten Umrangieraktion wurden.

Gegen 8.45 Uhr setzte sich unser Zug dann tatsächlich in Bewegung. Auch wenn uns feste Sitzplätze am Gang zugewiesen wurden – unser Wagenabteil war so leer, dass jeder von uns einen Sitzplatz am Fenster einnehmen konnte.

Mit an Bord in einem der hinteren Güterwagen war eine „Schafherde“, die beim nächsten Halt 3 Stunden später in Nawnghkio sehr umständlich wieder ausgeladen wurde. Da die Tiere sich nicht so lenken ließen, wie  ihre Hüter es wollten, verlängerte sich das Warten vor Ort auf eine ganze Stunde.

Mit geöffneten Fenstern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von cirka 30 km/h hüpfte unser Zug weiterhin über die ebenfalls maroden Gleise, bis wir endlich das Ziel unser Träume, das Gokteik-Viadukt, erreichten.

Das Fahrt über das Viadukt war wirklich einmalig.

Nach der Überquerung des Viadukts durchfuhren wir noch einige Tunnels und als wir schließlich unser Ziel, die Bahnstation in Nawnpeng, erreichten, wartete unser Guide und Fahrer Joe schon freudig am Gleis, damit wir unsere Reise im Kleinbus fortsetzen konnten.

„Stichwort Lebensversicherung“:  Vielleicht war Joe auch einfach nur erleichtert, dass uns nichts passiert war 😉

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