Momentaufnahme

Nachts im Matriarchat – Unwillkommen bei den M’Nongs in Vietnam

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Nachts im Matriarchat.

Ein weiteres besonderes Erlebnis, das nun schon fast 5 Jahre zurückliegt. Unsere Vietnamreise starteten wir im August 2012 in Ho-Chi-Minh-City. Nach 3 Tagen in der südostasiatischen Metropole zogen wir in einem Reisebus schließlich weiter nach Dalat.

Dalat ist eine wunderschöne und vor allem wunderschön in den Highlands gelegene Stadt, an die wir uns sehr gern zurückerinnern! Auch die Erkundungen in der Umgebung Dalats, z. B. die Besichtigung des Nam-Ban-Wasserfall („Elefant-Wassferall“) oder der „Cuong Hoan Silk“ – Seidenfabrik in Nam Ban an einem Tag, waren Highlights dieser Reise.

Für die Weiterfahrt von Dalat aus heuerten wir bei unserer Hotelchefin Frau Dung dann einen Fahrer mit Wagen an.

Quy, so der Name unseres Fahrers und Tourguides, hatte seinen Stammsitz in Dalat.  Am nächsten Morgen, für uns der Abreisetag aus Dalat, stand er breit lächelnd in der Lobby unseres Hotels, um uns in seinen 5 Sitzer zu laden.

Mit Quy auf den Weg nach Hue

Und auf ging es zur Weiterfahrt mit dem Ziel Hue in Zentralvietnam.

Auf dem Weg dahin landeten wir erstmal in der Provinz Dak (Dac) Lak. Im Minderheiten-Dorf Jun am Lak Lake hatte Huy etwas wirklich Außergewöhnliches für uns vorgesehen.

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Ein Langhaus sollte uns hier als Nachtlager dienen. Bewohnt wird Jun-Village von der Volksminderheit der M’Nong. Und die M’Nong sind matriarchalisch „organisiert“.

Natürlich konnten wir während dieses einen Tages und dieser einen Nacht nicht richtig erfahren, wie sich matriarchalisches Leben nach außen hin darstellt.

Ganz subjektiv glaube ich mich an die strengen Blicke der emsig arbeitenden Dorfbewohnerinnen zu erinnern.

Aber da ist wahrscheinlich meine Fantasie mit mir durchgegangen. Warum sollten Frauen im Matriarchat nicht genauso freundlich gucken wie Männer?! Ich gebe zu, dass das jeglicher Grundlage entbehrt!

Böse oder teilnahmslos angesehen wurden wir jedoch wirklich. Von der im Langhaus ansässigen Familie, die uns Reisenden den vorderen und größeren Teil des Hauses auf Stelzen zum Übernachten freigeräumt hatte. Ohne dass wir sie bis dahin ein einziges Mal persönlich gesehen hätten.

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Die Familie zog sich, durch einen Vorhang von uns getrennt, in den vorderen Teil des Langhauses zurück. Als spät abends noch das vietnamesische TV-Programm zu uns rübertönte, wurde uns klar, dass wir uns mit unseren Gastgebern praktisch nur einen großen Schlafsaal teilten.

Früh am anderen Morgen begegnete ich auf dem Weg zur Dusche dann das einzige Mal einem Mitglied der Gastfamilie: wohl der Tochter des Hauses.

Auf meinen freundlichen Gruß antwortete sie mit einem strengen, wort- und inhaltslosen Blick. Und da auch meine Mitreisenden keine anderen Erfahrungen mit unserer Gastfamilie machten, fühlten wir uns wie Eindringlinge, die nicht wirklich willkommen waren.

  1. Hallo Uwe, HUY = Quy!
    Ein Mitreisender

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