Unterwegs

Südostasien im März – Natur pur statt City Hopping

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Dein Reiseplan sollte nicht zu starr sein!

Als wir uns vor über einer Woche für den Süden Thailands um Surat Thani entschieden, erteilten wir damit nicht nur dem ursprünglichen Plan eine Absage, über Chiang Mai und den Nordwesten nach Bangkok weiterzureisen.

Nein, wir holten uns mit diesem Schritt auch mehr Natur und Ruhe in unser Reiseprogramm.

Das heißt nicht, dass wir bis dahin keine Natur hatten. Wenn ich nur an die verwunschenen,  von riesigen Feigenbaumwurzeln umwachsenen Angkor-Tempel in Kambodscha denke und an die Fahrten dahin mit dem Tuk-Tuk. Durch lauter Urwald-Grün und immer umgeben von milden Luftzügen.

Von Natur umgeben

Wir hatten sogar so viel abwechslungsreiche und für uns ungewohnte Natur, dass ich sie im Detail gar nicht beschreiben könnte.

Und immer gegenwärtig: die überwältigende Hitze gemischt mit exotischen Gerüchen.

Zikadenrufe überall. Auch Geckoschreie, meistens noch abends im Hotelzimmer (einfach putzige Tierchen).

Und ich ein Teil davon…

Da es hier nie kalt ist und während der Trockenzeit auch nur „aus Versehen“ mal regnet, fühle ich mich umso mehr als Teil der Natur.

In Deutschland ist das Klima die meiste Zeit im Jahr mein Feind, und ich muss mich vor ihm schützen. Warm, regengeschützt anziehen oder beides!

Ich will diesen gefühlten Unterschied nochmal mit meinem Tagesablauf hier in der Tanote Bay verdeutlichen: also, ich trete morgens früh gegen 7 Uhr frisch geduscht und leicht bekleidet bei unglaublichen 27 Grad aus meinem Aircon-Zimmer auf den Balkon.

Da stehe ich nicht mal 1 Minute und schon läuft der Schweiß in Strömen an mir runter. Das ist für mich so, als hätte die Natur mich als einen aktiven, weil schwitzenden Partner einfach integriert.

Ruhe und Natur im Khao Sok Nationalpark

5 Tage quartierten wir uns in der Khao Sok Bamboo-Lodge ein, die während dieser Zeit unser Dreh- und Angelpunkt für das Eintauchen in die große Natur wurde. Die Lodge liegt vor den Toren des Nationalpark-Eingangs.

ThailandKhaoSokBambooLodgeStrelizie

Die Anreise nach Khao Sok war lang und ungemütlich: von Siem Reap (Kambodscha) nach Surat Thani mit dem Flieger (Zwischenaufenthalt in Bangkok), von da aus mit dem Taxi fast 2 Stunden nach Khao Sok.

Klar, dass wir da den ganzen folgenden Tag über die Seele baumeln ließen – auf der kleinen Terrasse unseres kleinen Holzhäuschens.

Mit dem Kanu auf dem Sok-River

Aber dann am Folgetag ging es los: gemeinsam mit 2 Schweizern brachte man uns zum Sok-River im Khao-Sok-Nationalpark. Auf dem Sok-River wurden wir rund 2 Stunden lang in absoluter Ruhe mit dem Kanu bewegt.

Während der Tour machte uns unser Kanufahrer immer wieder auf Dinge aufmerksam, die uns allein nie aufgefallen wären: Schlangen, Frösche und riesige Raupen in den schattenspendenden Bäumen und am Flussufer.

Der Ratchapraphasee

Am Tag darauf waren wir dann sogar einen ganzen Tag lang ausser Haus: mit dem Longtailboot auf dem Ratchapraphasee.

Eine Höhlen-Besichtigung in einer Korallen-Höhle und ein Mittagessen waren inclusive. Und wer wollte, konnte nach dem Essen mit Kanufahren oder Schwimmen im azurblauen, warmen Wasser entspannen.

Mit Tuk im Urwald

Den prägendsten Eindruck hinterließ am 3. Tag eine Tages-Trekking-Tour durch den Khao-Sok-Nationalpark.

Dafür holte uns unser Guide Tuk morgens früh gegen 8.30 Uhr an der Lodge ab.

Nicht nur, dass er für uns verstecktes Getier und Gewürm hervorlockte, wie kleine Vogelspinnen, Zikaden und kleine süße Äffchen. Er sorgte auch für unser leibliches Wohl und beschränkte sich dabei auf die Ressourcen, die ihm der Urwald bot.

Trinkbecher, Teelöffel und Essschalen schnitzte er aus Bambus. Den Kaffee und den Pancake nach dem Essen brühte er ebenfalls in Bambusrohren, die er um ein Feuer herum gruppierte.

Wie plane ich meine Reise richtig?

Die perfekte Urlaubsplanung gibt es nicht!  Auf der einen Seite möchtest Du möglichst viel sehen in der knappen Zeit, was unbedingt für City Hopping und fortlaufendes Sichfortbewegen durch das Land spricht.

Und auf der anderen Seite willst Du bleibende Erlebnisse und einmalige Erfahrungen.

Für die brauchst Du aber mehr Zeit! Du solltest Dich einfach mal ohne Zeitdruck mitten ins Getümmel setzen können und das Geschehen in der neuen Umgebung wahrnehmen. Und das ohne es gleich immer zu bewerten.

Begib Dich fernab der lauten Städte und Metropolen in einen der Nationalparks, unternimm eine Kanuflussfahrt oder lass Dich mit oder ohne Guide durch den Urwald führen.

Das wird Deinen Urlaub unvergesslich machen.

Leider läßt sich beides – City Hopping und Ruhe im Nationalpark – meistens nur sehr schlecht miteinander vereinbaren. Zumindest nicht, wenn man nur begrenzten Urlaub hat.

Bis zu diesem Urlaub hätte ich es nicht offen zugegeben, habe es aber gedacht: verschwende Deine Urlaubstage nicht mit dem, was Du zu Hause auch jederzeit tun kannst. Also in den Wald gehen zum Beispiel. Wandern. Eine Flussfahrt machen.

Bleibe so flexibel wie möglich

Jetzt nach diesem Urlaub werde ich um eine Erfahrung reicher sein: Natur ist nicht automatisch Natur!

Sei aufnahmebereit für das, was Dir auf der Reise begegnet und flexibel, Deine Route immer wieder spontan zu ändern.

Wie ist das mit Euch? Wie plant Ihr eure Reisen? Und seid Ihr in der Regel so flexibel, dass Ihr die Reiseroute jederzeit anpassen könnt? 

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