Unterwegs

Venedig – Besuch im europäischen Wohnzimmer

VenedigGasse2017

Venedig zum 50. 

Ein weiterer Kurztrip in diesem Jahr. Venedig – der Ort, den ich mir für meine 50. Geburtstagsfeier aussuchte. Und somit nach Florenz Anfang des Jahres schon wieder Italien!

Eine Bekannte von mir meinte: „Ihr macht wohl auch nur Italien dieses Jahr!“

Was ja nicht ganz richtig war, denn zwischen Florenz und Venedig lag ja noch Kambodscha und Thailand.

Genau so leicht und unkompliziert wie nach Florenz, war es nach Venedig zu kommen:

Rechtzeitig einen preiswerten Flug besorgen, online ein Hotel buchen, mit dem Auto zum Flughafen fahren und rein in den Flieger!

Und dann nach der Ankunft am Marco Polo Airport noch eine Stunde mit dem Alilaguna-Wassertaxi auf den Lido. Da hatten wir 3 Nächte im Hotel Atlanta Augustus reserviert.

Leicht und unkompliziert bedeutet nicht, dass man nicht auch Zeit braucht. Ich bin aber immer froh, wenn bei der An- und Abreise alles nahtlos ineinander übergeht. Und das tat es auch diesmal wieder!

Körpervolles Sprachengewirr 

Was vor Venedig in unseren Köpfen herumschwebte?

  • mit der Gondel durch kleine Kanäle fahren
  • Markusdom und Marktplatz,
  • Canale Grande
  • und ganz viel morbider Charme

Und natürlich Vergänglichkeit, ohne vorher reflektiert zu haben, was das eigentlich genau ausmacht.

Wer es kennt, denkt darum auch an Thomas Manns „Tod in Venedig“ und an die Verfilmung von Visconti mit der wunderbaren Filmmusik von Gustav Mahler (ist nicht jedermanns Sache, ich weiss!)

Im Internet hatte ich von „Venedig als dem Wohnzimmer Europas“ gelesen. Und konnte damit erstmal nichts anfangen. Was sollte das heißen? Betraf es die europäische Geschichte und die besondere Rolle Venedigs darin?

Nach dem ersten Herumschlendern und -schlängeln durch die engen und geheimnisvollen Gassen Venedigs konnte ich mir einen Reim auf das „Wohnzimmer Europas“ machen. Neben lebendigem Italienisch, das uns überall entgegen schallte, waren die meisten europäischen Sprachen vertreten.

Was wir hörten: natürlich Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch, Serbisch, Spanisch und Deutsch.

Oasen der Abgeschiedenheit

Eben hatten wir uns noch durch das körpervolle Sprachengewirr in den Gassen geschoben und waren manchmal auch direkt wieder umgekehrt, wenn wir dem Gegenverkehr nicht trotzen konnten.

Dann plötzlich gelangten wir wie durch einen Zufall in eine fast menschenleere Nebengasse und von da aus in einen kleinen ruhigen Hinterhof. Auch das erlebten wir mehrmals.

Die Abgeschiedenheit aber hielt nicht lange an! Ein paar Schritte weiter und schon waren wir wieder umgeben von kleinen Restaurants, kulinarischen Gerüchen und Genüssen und kleinen Läden, von denen die bunt und appetitlich dekorierten Auslagen der Lebensmittelgeschäfte am stärksten auf mich wirkten.

Markusdom und Markusplatz 

Dann die Frage aller Fragen. Einkehren auf dem Marktplatz? Sollen wir oder sollen wir nicht? Wie gut, dass wir nicht lange nachdenken mussten. Als wir die Basilika verlassen hatten, steuerten wir schnurstracks auf einen gerade frei gewordenen Tisch im Café Lavena zu.

Es war entschieden! Erstmal war mein 50. Geburtstag, dann war herrliches Wetter zum Draußensitzen (und das würden wir hier garantiert länger tun), das Salonorchester des Lavena spielte schwungvoll auf und: es gab angenehm gekühlten Weißwein.

Einen Custoza DOC Bertani aus dem Veneto und einen Chardonnay „Impronta del Fondatore“ aus dem Trentino für sage und schreibe 16 E. pro Glas (0,2 l.)

Aber das war es wert an diesem Tag!

  1. Ja, das war wirklich ein Riesenglück und ein Wink von oben, dass da just in dem Moment, als wir kamen, einer der allerbesten Plätze frei wurde. Ganz außen mit unverstellten Blick auf den Markusdom – ein unvergessliches Erlebnis!c9c5

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